Konzeption

An dieser Stelle finden Sie einen Auszug aus unserer Einrichtungskonzeption in gekürzter Fassung:

Mit unserer pädagogischen Arbeit wirken wir darauf hin, Kinder zu einer selbstbestimmten Teilhabe an der Gesellschaft zu befähigen. Eine Aufgabe der Fachkräfte ist es daher den Kindern ein sicheres Umfeld zu bieten, in welchem sie sich mit ihren Bedürfnissen und Interessen entfalten und den Alltag mitgestalten können. Hierbei orientieren sich die Fachkräfte, unter Berücksichtigung der zehn Bildungsbereiche, am Leitbild, christlichen Menschenbild und Situationsansatz.

Frühkindliche Bildung geschieht zu allererst in der Familie und im Alltag der Kinder. Diese Erfahrungen sind für die Kinder von zentraler Bedeutung. Voraussetzung für das Gelingen unserer pädagogischen Arbeit ist daher die gegenseitige Wertschätzung aller am Erziehungsprozess Beteiligten. Die Fachkräfte verstehen sich als Entwicklungsbegleiter der Kinder und Erziehungspartner der Eltern.

Die zehn Bildungsbereiche

1. Bewegung

 

Im (Klein-) Kindesalter ist die Bewegung von besonderer Bedeutung. Die eigene Neugierde und Entdeckerfreude motivieren das Kind sich in der Fortbewegung zu üben. Mit jeder motorischen Weiterentwicklung hat das Kind die Möglichkeit seine Umwelt differenzierter wahrzunehmen, sie zu erkunden und mit ihr in Interaktion zu treten. Bewegung ist somit ein wesentlicher Motor der kindlichen Entwicklung:

Jüngere Kinder unter drei Jahren sammeln vielfältige Bewegungserfahrungen. Sie erlernen das Laufen, später das Rennen, Hüpfen, Balancieren und Klettern.

Viele Materialien, die älteren Kindern selbstverständlich sind, wie z.B. Bälle, Matten, Podeste, Bobbycar werden von ihnen intensiv erkundet und ausprobiert.

Ältere Kinder verbinden mit der Bewegung häufig Rollenspiele. Im Spiel in der Turnhalle sind Kinder z.B. Piraten. Sie möchten ein Boot bauen und überlegen welche Geräte hierzu notwendig sind, suchen Schätze und malen hierzu eine Schatzkarte, sie bestehen Abenteuer mit ihren Freunden und wetteifern mit ihnen. So sind mit der Bewegungserfahrung z.B. Gefühle wie Angst und Mut verbunden. Bewegungsanlässe sind Sprachanlässe: Wo ist oben und wo ist unten? Was ist schnell und was langsam? Die Bedeutung dieser Begriffe erschließt sich Kindern, wenn sie sie im Handeln erfahren. Sie überlegen welche Materialien sie benötigen um ihr Vorhaben umzusetzen und übertragen hierbei die Phantasie auf ihre Umwelt, sie suchen nach Lösungen für Probleme. Im Spiel mit den anderen Kindern üben sie ihre sozialen Kompetenzen.

Auf Grund der hohen Bedeutung dieses Bildungsbereiches nimmt er einen besonderen Stellenwert in unserer pädagogischen Arbeit ein. Wir bieten den Kindern vielfältige Möglichkeiten. An dieser Stelle sind exemplarisch einige Beispiele aufgeführt:

  • Die Gruppenräume sind altersspezifisch mit Podesten, Freiflächen für Bewegung, Bastel- und Konstruktionsmaterial (Feinmotorik), Sand, Wasserbecken und Knete (Sensomotorik) ausgestattet.
  • Die Turnhalle der KiTa, die allen Kindern mindestens zwei Mal pro Woche zur Verfügung steht ist unter anderem mit einem Trampolin, einer Kletterwand, Schaukel, Rollbrettern, Bällen und Matten ausgestattet.
  • In der Halle der KiTa befindet sich eine Bewegungsbaustelle mit Schaumstoffbausteinen, welche von den Kindern im Alltag genutzt wird.
  • Der großzügige Außenbereich wird wenigstens einmal am Tag genutzt.
  • Die Kinder haben zuzüglich der Turnhalle auch die Möglichkeit die Eingangshalle zu nutzen. Dort sind Schaumpodeste vorzufinden, auf denen sich die Kinder ebenfalls austoben und kreativ werden können.
  • Durch die zahlreichen Spielplätze im nahe gelegenem Umfeld der KiTa, ist es uns möglich Ausflüge zu veranstalten. Die Spielplätze sind häufig der Sozialraum der Kinder.
  • Einmal im Jahr machen die Gruppen eine Waldwoche. Hier wird die Grob-und Feinmotorik der Kinder besonders gefördert, durch die außergewöhnlich und vielfältig anderen Möglichkeiten, die im Wald zu finden sind. (Die älteren Kinder der Rasselbande gehen mit der Trolli- Gruppe in den Wald. Die Jüngeren bleiben noch in der KiTa)

2. Körper, Gesundheit, Ernährung

 

Die grundlegenden Erfahrungen für jedes Kind ist die Wahrnehmung und das körperliche und seelische Wohlbefinden. Kinder erforschen mit allen Sinnen über ihren Körper und gewinnen Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Die Beziehung zu Erwachsenen ist durch Körperkontakt geprägt, weswegen es sehr wichtig ist, besonders bei sehr jungen Kindern, die Pflege nicht nur auf das körperliche zu reduzieren, sondern auch durch Zuwendung und Anregungen, um die kindlichen Bedürfnisse zu befriedigen.

Kinder brauchen eine anregungsreiche Umgebung und Materialien, die es ihnen möglich macht ihre Sinne zu gebrauchen und auszubilden. Es ist wichtig ihnen das Verständnis für ihren Körper, mit all seinen Funktionen und Fähigkeiten näherzubringen. Hierbei spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Damit die Kinder ein gesundes Ernährungsverhalten entwickeln, sollten die Esserfahrungen nicht mit Zwang, Bestrafung und Belohnung verknüpft sein. Die wichtigen Sinneserfahrungen und Kompetenzen, erwerben die Kinder auch, bei dem gemeinsamen zubereiten der Mahlzeiten, z.B. schmecken, riechen und fühlen. Eine gute Atmosphäre bei den gemeinsamen Mahlzeiten gehört dazu, welche geprägt wird durch gemeinsames beten, weiterreichen des Essens, darauf achten, dass jeder etwas bekommt und auffüllen der Schüsseln. Hier wird zusätzlich das Gemeinschaftsgefühl gefördert. In unserer KiTa wird durch zahlreichen Möglichkeiten ein gesundes aufwachsen ermöglicht:

  • In den Gruppen wird täglich frisches Obst und Gemüse angeboten.
  • Es gibt in der Woche zwei Müslitage, welche Abwechslung bringen.
  • Jeden Tag wird gemeinschaftlich gefrühstückt (Kindercafé)
  • An Geburtstagen, hat das Geburtstagskind eine Auswahl an besonderen Nahrungsmitteln, welche auch gemeinsam zubereitet werden.
  • Der Zahnarzt besucht regelmäßig die KiTa. Hierzu gibt es des öfteren Zahngesundheitsprojekte, welche den Kindern die Zahngesundheit näher bringen soll. Die Zähne werden jeden Tag in der Einrichtung geputzt.
  • Die Kinder erwerben Fähigkeiten im Bereich der Körperpflege, indem sie sich gemeinsam waschen und umziehen.
  • Durch das häufige Spielen an der frischen Luft auf dem Außengelände, wo sie sich sehr viel bewegen, stärken die Kinder ihr Immunsystem.

3. Sprache und Kommunikation

 

Sprache ist das Basiswerkzeug für den Umgang mit anderen Menschen. Sprache eröffnet die Möglichkeit sich auszudrücken, Wünsche zu äußern, Fragen zu stellen, Antworten zu geben und Zusammenhänge zu verstehen. Sprache ist auch das Instrument, um persönliche Ziele erreichen zu können. Diesen für das weitere Leben so wichtigen Lernprozess zu begleiten ist die wesentliche Aufgabe von Sprachbildung und -förderung in Kindertageseinrichtungen.

Die alltagsintegrierte Sprachbildung betrifft alle Kinder und ist ein kontinuierlicher Prozess in der Interaktion von Kindern mit Kindern und mit Erzieher/innen in der KiTa. Grundsätzlich dürfen alle Kinder ihre Muttersprache verwenden. Die Sprache der Erzieher/innen mit den Kindern ist die deutsche Sprache.

Sprache und Sprachentwicklung stehen immer im Zusammenhang mit sozialen Interaktionen, mit Sinneserfahrungen, Handlungen, Bewegung und Gefühlen. In der Sprachentwicklung sind dem Kind Erwachsene und andere Kinder Sprachvorbilder. Sprachbildung im Alltag bedeutet für uns:

  • Durch Fingerspiele, Lieder, Bilderbücher, Gedichte, Rollenspiele, Exkursionen und vieles mehr immer wieder Anlässe zu schaffen um miteinander zu sprechen.
  • Die Erzählrunden im Morgenkreis sind für die Kinder von besonderer Bedeutung.
  • Es gibt zahlreiche Leseecken, z.B. im Flur, in der Gruppe oder in der Bücherei.
  • Alltägliche Handlungen sprachlich zu begleiten. Hier hören die Erzieher zu, ermutigen zum Sprechen und sind gleichzeitig Sprachvorbilder.
  • Bei Kindern die Sprechfreude zu unterstützen und zu bewahren.
  • In Absprache mit den Fachkräften für die Sprachförderungen, den Kindern gezielte Anreize, auch in Kleingruppen, zu geben.
  • Falls erforderlich in Absprache mit den Eltern und Therapeuten bestimmte Sprachfördermaßnahmen zu unterstützen.

4. Soziale und (inter-) kulturelle Bildung

 

Erwachsene beobachten und begleiten die Erkundungen der Kinder, indem sie ihnen Sicherheit geben und Hilfestellungen leisten. Dadurch gewinnen die Kinder an Selbstvertrauen und eine Vorstellung der eigenen Identität. Dies ist eine grundlegende Voraussetzung, um anderen Menschen offen und tolerant gegenüber zu treten. Wenn Kindern mit Wertschätzung in ihrer Kultur und ihrer Sprache begegnet wird, entwickeln sie Selbstvertrauen.

Fremde Gewohnheiten und fremdes Aussehen lösen bei Kindern Neugierde aber auch Ängste aus. Die Erwachsenen haben die Aufgabe den Kindern mit Respekt, Empathie und Interesse zu begegnen. Nur so nehmen die Kinder diese an und geben sie weiter. Es ist auch wichtig ihnen zu vermitteln, dass sie Vorbehalte gegenüber unbekanntem haben dürfen. Diese sollten Raum und Akzeptanz finden, indem darüber gesprochen wird. Sie lernen eigene und fremde Bedürfnisse wahrzunehmen. Die Kinder erfahren Umgangsregeln (z.B. im Morgenkreis) und lernen diese einzuhalten. Ziel ist es, dass die Kinder ihre eigene Kultur und Herkunft kennenzulernen und einen persönlichen Lebensstil zu entwickeln.

  • In dem gemeinsamen Morgenkreis wird täglich gebetet.
  • Die Kinder der verschiedenen Nationen spielen miteinander und gehen Respekt-und Rücksichtsvoll miteinander um.
  • Die Kinder dürfen die Gruppe wechseln um Gruppenübergreifend Kontakte knüpfen.
  • Es finden Ausflüge in das soziale Umfeld der Kinder statt, z.B. auf den Markt oder auf den Spielplatz.
  • Die kirchlichen Festlichkeiten werden regelmäßig beisammen gefeiert, z.B. das Erntedankfest, Sankt. Martin, Nikolaus und viele mehr.
  • Die Eltern verschiedener Nationen verkaufen oft in der Eingangshalle besondere Spezialitäten ihres Landes.
  • Durch viele interkulturelle Buffets an Festen, lernen die Kinder Gerichte aus anderen Ländern kann.

5. Musisch- ästhetische Bildung

 

Der Musisch-ästhetische Bereich setzt sich mit allen Bereichen des alltäglichen Lebens auseinander. Die Kinder berühren ihre Umwelt vor allem durch aktive und kreative Arbeit. Eine wachsende Vielzahl von Bildern ermöglicht facettenreiches, kreatives Denken. Es werden viele unterschiedliche Dinge zum gestalterischen Tun genutzt, um Erfahrungen zu sammeln. Kinder haben ein großes Interesse an Geräuschen, Tönen, Klängen, die sie selbst erzeugen und denen sie lauschen können. Musik spricht die Sinne der Kinder in vielerlei Weise an. Gemeinsames singen und musizieren bereitete ihnen Freunde und fördert die Kompetenzen. Es kommt bei den Projekten der Kinder nicht auf ein Endprodukt an, sondern nur auf die Gestaltung an sich, die Entwicklung und Aneignung eines neuen Stückchens Welt. Kinder entwickeln sich durch aktive und kreative Auseinandersetzungen mit ihrer Umwelt. Durch vielseitige Angebote in der KiTa, haben die Kinder die Möglichkeiten, die inneren Bilder auszudrücken:

  • Wöchentliche Rhythmik in der Turnhalle.
  • In dem Morgenkreis werden gemeinsam Lieder, mithilfe von musikalischer Begleitung gesungen.
  • Es werden regelmäßig gemeinsame Gottesdienste gefeiert, in denen Musik eine wichtige Rolle spielt.
  • Die Kinder haben regelmäßig Kontakte zu der nahe gelegenen Caritas, wo sie spielen, singen, basteln und auch anderweitig kreativ werden.
  • Bei den Vorschulprojekten, werden im Rahmen von Theater und Musik, Instrumente gestaltet und vorgeführt.

6. Religion und Ethik

 

Schon in der Familie erlernen Kindern Regeln des menschlichen Zusammenlebens, welche von deren kulturellen und religiösen Werten und Normvorstellungen geprägt sind. Diese Erfahrungen bringen die Kinder mit in die TEK und beginnen hier, gemäß ihres Alters, sich mit anderen Kindern und Erwachsenen hierüber auszutauschen.

Ein Verständnis für moralische Gewohnheiten, für Einfühlungsvermögen, für pro-soziales Verhalten und Regeln entwickeln Kinder in einer Umgebung, welche von Vertrauen und Wertschätzung geprägt ist. Eine Umgebung, in denen Erwachsene ihnen als positive Vorbilder dienen und an der sie aktiv teilhaben und mitbestimmen können. Sie lernen u.a. demokratische Werte, die eigene Meinung zu vertreten, Konflikte mit anderen Kindern und Erwachsenen auszutragen, Kompromisse zu schließen und Regeln auszuhandeln. Hierzu ist es notwendig, dass Erwachsene mit den Kindern Dialoge eingehen, deren Perspektive wahr- und ernstzunehmen und auf Lösungsvorschläge der Kinder eingehen.

Für uns ist darüber hinaus die Orientierung an den Werten und Leitlinien des christlichen Menschenbildes Grundlage unseres Handelns. Die Würde jedes Einzelnen, als Geschenk Gottes, prägt unsere tägliche Arbeit. Wir unterstützen das Kind in seinen Fähigkeiten und geben Hilfe zur Selbsthilfe. In unserem Anliegen werden wir aktiv begleitet und unterstützt durch die Seelsorger der Pfarrgemeinden St. Amandus.

 

Neben dem Vermitteln der demokratischen Grundwerte ist es unser Auftrag, den Kindern auch den christlichen Glauben näher zu bringen. Dies beinhaltet:

  • den Kindern unseren christlichen Glauben im Alltag, durch Geschichten, Lieder, Bilder und Feste des Glaubens erfahrbar zu machen,
  • mit Kindern und Eltern aktiv am Gemeindeleben teilzunehmen, z.B.:
    • Einmal im Jahr feiern wir mit den KiTas St. Josef und St. Marien einen gemeinsamen Familiengottesdienst und auch kleine Gottesdienste finden regelmäßig statt.
    • Bei (Pfarr-) Familienfesten beteiligen wir uns mit Spielen und Aktionen.
    • Das St. Martinsfest feiert die KiTa St. Franziskus aus alter Tradition mit dem zugehörigen Stadtteil.
    • Die Feste werden im Morgenkreis thematisiert und die biblische Geschichten werden erzählt (z.B. Weihnachten und Ostern).
    • Zu Palmsonntag gestalten die Kinder zusammen mit den anderen Kindergärten der Gemeinde den Gottesdienst mit Liedern.
  • einmal im Monat einen kleinen Gottesdienst mit unserem Seelsorger zu feiern,
  • Danken und Bitten im Alltag praktizieren,
  • Gemeinsam beten,
  • Vertrauen, Zuverlässigkeit und Liebe erfahren,
  • Freude und Schmerz miteinander teilen,
  • getröstet werden,
  • Stille erleben
  • Besuche im Kolumbarium,
  • in unserem täglichen Miteinander den Kinder durch unser Verhalten Vorbild zu sein,
  • die Familien in ihrer unterschiedlichsten Lebensgestaltung anzunehmen und zu unterstützen,
  • die Vielfalt der Kulturen und Religionen gemeinsam zu entdecken,
  • und unsere Unterschiedlichkeit als bereicherndes Geschenk wahrzunehmen.

7. Mathematische Bildung

 

Kinder lieben es Dinge zu sortieren, zu ordnen und abzuzählen. Die Welt steckt voller Mathematik. Kinder brauchen viele Materialien und Denkanstöße, um sich weiterzuentwickeln und ihre Fähigkeiten zu entwickeln und Kompetenzen zu fördern. Kinder nehmen verschiedene räumliche Perspektiven ein und experimentieren beim Bauen mit geometrischen Formen. Spiel-und Alltagsgegenstände werden klassifiziert, verglichen oder benannt.

Auch in der KiTa wird sich vielfältig mit Mathematik auseinandergesetzt:

  • Im Morgenkreis gibt es ein Ordnungssystem, indem der Kalender, welcher das Jahr, die Wochen und Tage beinhaltet, besprochen wird. Die Kinder zählen und schauen welche Kinder fehlen.
  • Die Kinder lernen Formen und Farben kennen und sortieren (z.B. Lükkasten, Buntstifte, Malkästen)
  • In der Vorschule oder auch im Gruppengeschehen lernen die Kinder die Uhr.
  • Kennenlernen von Maßeinheiten (z.B. beim Backen/Kochen)
  • Alltagssituationen ( z. B. Löffel zählen für den Nachtisch/wie viele Teller, Besteck, Tassen usw. brauchen wir?)

8. Naturwissenschaftlich- technische Bildung

 

Die Fragestellungen der Kinder an die Natur und ihre Umwelt orientieren sich an ihrer Wahrnehmung der Umwelt. Forschend und experimentierend befassen sie sich mit den Gegebenheiten.

Diese Auseinandersetzung mit der Umwelt beginnt bereits im Säuglingsalter, schon Babys erkunden und beobachten. Für ältere Kinder sind dann die „Warum- Fragen“ typisch. Beim Experimentieren vergleichen Kinder das Neue mit dem Vertrauten und suchen nach Erklärungen. Jüngere Kinder stellen irgendwann fasziniert fest, dass alles was sie hoch werfen nach unten fällt oder wenn sie alle Schalen aus dem Schrank geräumt haben, können sie sich selbst hineinsetzen. Ältere Kinder experimentieren zunehmend gezielt. Warum bleibt ein Stück Papier trocken, wenn ich es in ein leeres Glas halte – und wenn ich es in ein Glas mit Wasser halte wird es nass. Diese Beispiele zeigen, dass (selbstgewählte) Experimente den Kindern vielfältige Sinneserfahrungen ermöglichen. Sie beobachten, fühlen, diskutieren mit anderen Kindern, testen und überlegen wie sich die Phänomene erklären lassen.

Damit Kinder diese Erfahrungen machen können benötigen sie eine Umgebung, welche ihren Forscherdrang anregt. Das kann die Natur aber auch der Raum sein, in dem den Kindern verschiedene Materialien zur Verfügung stehen. Außerdem brauchen die Kinder Erwachsene, welche die Sicherheit ihrer Experimente gewährleisten, sich mit ihnen über das Beobachtete austauschen.

In unserer TEK ermöglichen wir den Kindern vielfältige Erfahrungen in diesen Bildungsbereich durch:

  • Spaziergänge in die nähere Umgebung
  • Waldwochen
  • Werkbank
  • Besuch beim Imker
  • Besuche auf dem Bauernhof
  • Experimente auf dem Wassertablett
  • Erdbeer- und Kartoffelernte
  • Erkundung des Außengeländes
  • Beobachten und gemeinsames erforschen von Tieren mit Lupen (Kaulquappen)
  • Erleben des jahreszeitlichen Wandels
  • Experimente im Alltag z.B. Wassertablett, Seifenblasen, Farben, Werkbank
  • Aufgreifen von Alltagssituationen (Wenn ich einen Joghurt einfriere habe ich ein Eis, wenn man einen aufgeschnittenen Apfel zu lange liegen lässt wird er braun…)
  • Angeleitete Experimente z.B. mit dem Feuer

9. Ökologische Bildung

 

Im Mittelpunkt der Ökologischen Bildung steht der achtsame und respektvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen und den Kindern den Umweltschutz näherzubringen. Hier sind die Erwachsenen in der Vorbildfunktion. Kinder wollen erforschen, sind neugierig und möchten alles überprüfen. Sie suchen Antworten auf ihre Fragen. Im Grunde leben Kinder in einer engen Beziehung zu ihrer Umwelt, zu den Menschen, zu der Natur und zu Dingen. In dieser Beziehung werden alle Sinne und Emotionen angesprochen und erlebt. Durch das Kennenlernen und Beobachten von natürlichen Lebenszyklen in Natur und Umwelt werden die Kinder an unterschiedliche Themen und Fragestellungen herangeführt. Dazu gehören auch Inhalte wie Geburt, Wachsen, Sterben, Tod und Verwesen. Haben Kinder zu ihrer Umwelt eine Beziehung aufgebaut, erkennen sie Zusammenhänge und können eigene Verhaltensweisen entwickeln. Von der Erwachsenen lernen die Kinder, die Natur und die Umwelt nicht nur zu schützen und zu pflegen, sondern auch verantwortungsvoll zu nutzen. Wie in unserer KiTa:

  • Gemeinsames anlegen von Beeten und regelmäßige Pflege
  • gemeinsames pflanzen von Blumen
  • Gurken, Tomaten, Paprika züchten
  • Projekt: Raupe wird zum Schmetterling/Kaulquappen zu Fröschen usw.
  • Beobachtungsmaterialien wie z.B. Lupengläser

10. Medien

 

Die kindgemäße Form des Lernens ist das Spiel. Im Spiel erfährt es sich selbst seine Umwelt und die Beziehung dieses Wechselspiels. Es sammelt Erfahrungen in der Interaktion mit anderen Menschen, übt sich in als-ob-Spielen und lernt instinktiv durch das Experimentieren mit seinen Fähigkeiten und Materialien. Es erlebt sich als eigenständige Persönlichkeit. Das kindliche Spiel stellt somit ein selbst gewähltes Lernprogramm dar, welches dann am Effektivsten ist, wenn es mit der Wahlfreiheit, Freiwilligkeit und der Lust am Tun verbunden ist. Hierzu benötigte es eine Umgebung, die ihm vielfältige Anregungen bietet und Erwachsene die ihm vertrauen, zuhören, es ernst nehmen, konstruktiv begleiten und es nicht beim Spielen unterbrechen, weil sie es besser zu wissen glauben.

Dieser Bildungsbereich befasst sich zudem mit dem Aspekt des Gestaltens und der Medien. Beim Gestalten bilden Fantasie, Kreativität, das Wissen um die Beschaffenheit und Eigenschaft von Materialien sowie problemlösendes Denken die Basis. Daher erforschen jüngere Kinder zunächst die Materialien, während ältere Kinder diese bewusst nutzen und miteinander kombinieren können. Ein weiteres Beispiel für das kreative Gestalten ist das Rollenspiel. Unter zweijährige Kinder greifen Alltagssituationen auf und ahmen andere Kinder nach. Z.B. Setzt sich ein Kind einen Hut auf und beginnt zu tanzen. Ein anderes Kind beobachtet dies, sucht nach einem weiteren Hut und tanzt mit dem anderen Kind. Das Rollenspiel wird im Verlauf der Entwicklung immer komplexer. Ältere Kinder greifen z.B. das Thema Puppentheater auf. Hierzu verständigen sie sich, wer welche Rolle übernimmt, üben die Darstellung von Emotionen, proben Dialoge, basteln Kulissen, nähen Kleidung und suchen die passende Hintergrundmusik aus.

In Anlehnung an diesen Bildungsbereich bieten wir den Kindern z.B. folgende Materialien, die den Kindern je nach Altersstruktur der Gruppen frei zugänglich sind:

  • Wassertisch mit diversen Gefäßen, Sandbecken, Knete, Kleister
  • Bastelmaterialien wie verschiedene Farbsorten, Papier, Wolle, Stoffe, Scheren, Klebstoff, etc.
  • Bücher
  • Kinotag
  • Kamera
  • Kostüme, Schminke und weitere Rollenspielutensilien/Theaterbühne im Eingangsbereich
  • CD- Player und CDs sowie für ältere Kinder auch Laptops, die in Begleitung der Erzieher/innen genutzt werden können/TipToi

Inklusion

 

In unserer Kindertageseinrichtung betreuen wir Kinder mit und ohne Behinderung. Grundsätzlich, und das gilt für alle Kinder, steht das Kind mit seiner Individualität, seinen Bedürfnissen, Interessen und Stärken im Mittelpunkt. Das Merkmal der Behinderung ist eines von vielen, welches gleichwohl besondere Berücksichtigung findet. Daher wählen wir die Formulierung „mit Behinderung“.

Wenn die Eltern eines Kindes schon vor dessen Aufnahme in die Kindertageseinrichtung einen besonderen Betreuungsbedarf für ihr Kind formulieren und dieser von den zuständigen Stellen anerkannt wird, hat dieses keinen Einfluss in welche Gruppe das Kind aufgenommen wird. Wird dieser Bedarf erst im Laufe der Zeit festgestellt, verbleibt das Kind in seiner gewohnten Gruppe.

Kinder mit und ohne Behinderung haben einen gleichberechtigten Zugang zu den Angeboten der Einrichtung. Dennoch möchten wir an dieser Stelle herausstellen das Kinder mit Behinderung in bestimmten Situationen besondere Unterstützung brauchen, um diese Angebote gleichberechtigt wahrnehmen zu können. Je nach Art der Behinderung benötigen sie eine besondere Begleitung in der individuellen Entwicklung. Dies geschieht auf der Basis des Teilhabe- und Förderplans. Im Alltag bedeutet dies z.B. vermehrte Kleingruppenarbeit, individuelle Begleitung und zusätzliche Bewegungsangebote. Um diese Unterstützung den persönlichen Bedürfnissen des Kindes angleichen zu können ist ein intensiver und regelmäßiger Austausch mit den Eltern/ Sorgeberechtigten des Kindes und ggf. auch mit den Therapeuten notwendig. Integration unterscheidet Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. In der integrativen Arbeit versuchen wir Kinder mit Behinderungen in eine bestehende Gruppe zu integrieren. Die sonderpädagogische Förderung wird speziell für Kinder mit Behinderung und Kinder die von einer Behinderung bedroht sind didaktisch geplant, umgesetzt und reflektiert. Inklusion betrachtet alle Menschen als Teil einer bestehenden Gruppe in der sie miteinander und voneinander lernen.

In der inklusiven Arbeit sehen wir alle Kinder gleichberechtigt und gestalten unsere Angebote so, dass jedes Kind die Möglichkeit zur Teilhabe hat. Alle Kinder können nach ihren individuellen Bedürfnissen lernen und sich weiterentwickeln.

Inklusion schließt eine zusätzliche sonderpädagogische Förderung nicht aus. Sie erfordert aber ein Umdenken und eine Umgestaltung der bisherigen Praxis der Integrationsarbeit.

„Bei der Inklusion geht es darum, alle Barrieren für Spiel, Lernen und Partizipation für alle Kinder auf ein Minimum zu reduzieren.“

Beispiele für Barrieren sind bauliche Gegebenheiten, Organisationen der Einrichtung, Art der Aktivitäten usw.

„Inklusive Frühpädagogik verlangt die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Lebensverhältnissen von Kindern und Familien zu berücksichtigen und gleichzeitig Ausgrenzung und Diskriminierung entgegenzutreten.“

 

Es ist uns besonders wichtig, das Gefühl von Vertrauen und sich Wohlfühlen im Gruppenleben zu schaffen. Angebote bereiten wir didaktisch so vor, dass alle Kinder sie auf ihre ganz eigene individuelle Weise bewältigen können. Wir holen die Kinder da ab, wo sie stehen, mit all ihren Stärken und Ressource. Es ist uns wichtig, einen wiederkehrenden Tages-und Wochenrhythmus zur Orientierung zu schaffen. Jedes Kind wird aktiv in das Spiel einbezogen. Das fördert nicht nur die persönlichen sozialen Kompetenzen, sondern gibt auch der gesamten Gruppe ein „Wir-Gefühl“. Unterschiede zwischen den Kindern entdecken wir als Ressourcen für das Spiel. Das bedeutet, dass wir voneinander lernen und Partizipation nutzen.

Ausgangspunkt der Arbeit ist die Überzeugung, dass Kinder ihre Entwicklung mitgestalten, selbst aktiv sein und die Welt durch eigene Lernerfahrungen begreifen wollen. Wir schaffen Rahmenbedienungen und unterstützen jedes Kind darin, soviel Eigeninitiative und Selbstständigkeit wie möglich im Alltag umzusetzen.

 

Uns ist es wichtig, Räume und kleine (Lern-) Gruppen zu schaffen, die dem Kind die bestmögliche Ausgangslage zur Bindung und damit auch zur Bildung geben.

Das gesamte Kindergartenteam gibt Acht auf alle Grundbedürfnisse, besonders den seelischen. Wir pflegen einen wertschätzenden Umgang miteinander und stärken somit das Selbstvertrauen. Dies wiederum stärkt die Kinder im eigenverantwortlichen Handeln, sodass sie frei ihre Umgebung erkunden können. Die Erzieher verstehen es, daraus Lernfelder zu schaffen, die den Interessen und Bedürfnissen der Kinder angepasst sind, denn Bildung ist nicht reine Wissensvermittlung, sondern das Lernen durch Erfahrungen. Dies geschieht auch durch individuelle Förderangebote im Alltag unter Einbeziehung der Kinder.

Wichtig ist uns auch, dass ein multiprofessionelles Team für die bestmögliche Förderung aller Kinder Sorge trägt. Um dies sicherzustellen, legen wir Wert auf regelmäßige Fortbildungen und die Treffen des Arbeitskreises für Inklusion. Dabei ist uns auch der Austausch innerhalb der einzelnen Einrichtungen ebenso wichtig wie der Austausch mit all unseren Einrichtungen, sowie der intensive Austausch mit externen Fachkräften z.B. Ärzte, Therapeuten und Schulen.

Zu unserer pädagogischen Arbeit gehören unter anderem Vor- und Nachbereitungszeiten für die Beobachtungen der Kinder, die Entwicklungs-dokumentationen nach den Vorgaben des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Beratung der Eltern, sowie die Antragstellung auf Fördermittel.

Die Eingewöhnungszeit

 

Die Aufnahme der Kinder in die Tageseinrichtung für Kinder St. Franziskus ist eine besondere Zeit für sie und ihre Eltern. Daher schenken wir dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit. Je nach Alter gestaltet sich diese Phase, was den zeitlichen Umfang betrifft, unterschiedlich lang. Ziel ist in jedem Fall der sichere Beziehungsaufbau zu den Erziehern/innen und der neuen Umgebung. In der Eingewöhnungsphase orientieren wir uns am Berliner Eingewöhnungsmodell.

Die Erzieher/innen der Gruppe vereinbaren mit den Eltern einen Termin zum Hausbesuch. Erzieher/innen und Kinder knüpfen erste Kontakte in der vertrauten Umgebung des Kindes. Es zeigt sich welche/r Erzieher/in die erste Bezugsperson für das Kind sein wird. Er/ sie wird das Kind und die Eltern während der Eingewöhnungszeit begleiten. Beim Hausbesuch berichten die Eltern von der bisherigen Entwicklung des Kindes und von seinen Gewohnheiten, wie z.B. Essverhalten, Schlafgewohnheiten und Vorlieben. Die Wünsche und Ängste werden ebenso thematisiert.

Während des ersten Kontaktaufbaus des Kindes zum/r Erzieher/in in der Kindertageseinrichtung ist die Bezugsperson anwesend, verhält sich jedoch weitestgehend passiv. Er/sie steht dem Kind immer als Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung. Der/die Erzieher/in orientiert sich beim Kontaktaufbau am Verhalten des Kindes. Nach einem vereinbarten Zeitraum (nach mehreren Kontakten) zieht sich die Bezugsperson mehr und mehr zurück, bleibt jedoch in der Einrichtung. Das Kind wird Schritt für Schritt an den Gruppenalltag und die anderen Kinder gewöhnt. Ist diese Phase erfolgreich abgeschlossen, verlässt die Bezugsperson für einen abgestimmten Zeitraum die Einrichtung, bleibt aber telefonisch erreichbar.

Die Eingewöhnungsphase wird von dem/der Bezugserzieher/in täglich dokumentiert. Die Bezugsperson wird über den Verlauf informiert.

Am Ende der Eingewöhnungszeit erhält die Bezugsperson einen Fragebogen zur Reflektion dieser Phase, welcher dann mit den Erziehern/innen besprochen wird.